Ellen Haußdörfer

Neue temporäre Notunterkunft für Geflüchtete in Altglienicke

Integration

Brache Fläche am zukünftigen Standort

Bis Ende Juli 2016 soll am Standort Bahnweg Ecke Molchstraße ein sogenanntes „Tempohome“ errichtet werden. Es bietet Platz für etwa 500 geflüchtete Menschen, soll für drei Jahre stehen und anschließend vollständig abgebaut werden. Die Tempohomes sollen eine schnelle Unterbringung in geeignete Unterkünfte erleichtern.

Am 9. Mai wird von der „Bürgerinitiative Bahnweg/Molchstraße“ eine Demonstration geplant, die sich gegen den Standort für das Tempohome richtet. Als Gründe werden unter anderem eine zu hohe Konzentration der Flüchtlingsunterkünfte in Altglienicke, damit einhergehend eine ungleichmäßige Verteilung im Bezirk sowie eine unzureichende Begründung für die Notwendigkeit dieser Unterkunft genannt.

Der Bahnweg ist die dritte Unterkunft in Altglienicke, die anderen beiden befinden sich am Schwalbenweg und im ehemaligen OSZ in der Rudower Straße. Die Unterbringung und das Zusammenleben in den beiden Unterkünften verlaufen bisher gut und friedlich. Alle anderen medial diskutierten möglichen Standorte in Altglienicke sind erst einmal vom Tisch. Dafür haben sich das Bezirksamt Treptow-Köpenick und ich als direkt gewählte Abgeordnete für Altglienicke eingesetzt. Der Standort Bahnweg/Molchstraße enthält außerdem nur eine auf drei Jahre angelegte Bebauung, stellt tatsächlich also nur eine Übergangslösung dar.

Seit der 10. Kalenderwoche kommen täglich weniger als 50 Menschen nach Berlin, die einen Antrag auf Asyl stellen wollen. Derzeit sind es sogar nur 25 am Tag. Das verschafft etwas Luft, auch in den Notunterkünften. Jetzt ist es das Wichtigste, die belegten Turnhallen freizubekommen, damit Schülerinnen und Schüler sowie Vereine diese wieder für ihren Sport nutzen können. In Treptow-Köpenick sind derzeit 6 Turnhallen mit rund 1.200 Geflüchteten belegt. Für sie müssen Unterkünfte bereitgestellt werden. Berlinweit beherbergt Treptow-Köpenick in 15 Unterkünften 3.753 Männer, Frauen und Kinder von insgesamt über 50.000, die in der Stadt leben (Stand 28.04.2016). Die Unterkünfte sind breit über den Bezirk verteilt: zum Beispiel der Kiefholzstraße im Treptower Norden, dem Allendeviertel in Köpenick, in Schöneweide, Rahnsdorf, Grünau und auch in Adlershof.

Der neue Standort Bahnweg/Molchstraße befindet sich neben dem Kinder- und Jugendzirkus Cabuwazi und dem Kinderbauernhof Waslala. Die überwachsene Fläche des Grundstücks hat bisher den Ponys des Waslala als Weidefläche gedient, leider aber auch der ordnungswidrigen Entsorgung von Müll. In intensiven Gesprächen mit beiden Einrichtungen haben wir Lösungen gefunden, damit die Ponys nach Aufbau des Tempohomes auch weiterhin dort grasen können, und das Angebot für Kinder und Jugendliche erhalten bleiben kann. Auch der Lärmschutz, sowie der Artenschutz der dort wildlebenden Tiere sind Kriterien, die bei der Auswahl von Standorten immer berücksichtigt werden.

Zudem bietet sich die Chance nach Abbau der Container in drei Jahren, das Grundstück für die Nutzung durch den Zirkus und den Bauernhof weiterzuentwickeln. Dies wäre ein Schritt zu dem Gesamtkonzept, dass für Altglienicke mit all seinen Bewohnerinnen und Bewohnern im Kontext der wachsenden Stadt entwickelt werden muss. Solche Flächen sind dafür besonders wichtig.

Die bezirklichen CDU Vertreter im Bezirksparlament und im Berliner Abgeordnetenhaus unterstützen die Anliegen der Demonstration und widersprechen damit ihrem eigenen Handeln im Berliner Senat.

Die Demonstrationsinhalte teile ich ausdrücklich nicht.

Die Notwendigkeit geflüchtete Menschen aus den Turnhallen zu holen, damit der Sport wieder seine integrative Kraft für alle Menschen nutzen kann, ist kein Zerstören des Kiezes, sondern das Gegenteil. Die Mehrheit der Altglienickerinnen und Altglienicker versteht, dass die neue Notunterkunft eine Chance ist für die geflüchteten Menschen in Berlin erst einmal anzukommen und ihr Asylverfahren abzuwarten. Das zeigt sich auch darin, dass viele sich ehrenamtlich in den Unterkünften engagieren. Dennoch ist der Dialog rund um das Thema Geflüchtete wichtig, aber am besten ohne Populismus.

In meinem Faktenblatt zur Flüchtlingssituation in Altglienicke finden Sie kurz und knapp die wichtigsten Informationen zu Belegungszahlen, weiteren Standortplänen und den Hintergründen des neuen Tempohomes. Lesen Sie mehr.

 
 

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